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Mode des 18. Jahrhunderts: Ein phantasiertes Erbe
- Palais Galliera, Paris
14 März - 12 Juli 2026
Ab14,00 €

Die Ausstellung Weben, Sticken, Verschönern: Das Kunsthandwerk der Mode im Palais Galliera bietet eine tiefgehende Untersuchung der akribischen Kunstfertigkeit, die die französische Haute Couture definiert. Kuratiert von Emilie Hammen, rückt dieser erste Teil einer Trilogie über Modeberufe den Fokus von der Silhouette des Designers auf die unsichtbaren Hände der Kunsthandwerker. Indem die Erzählung um das universelle und zeitlose Blumenmotiv organisiert wird, offenbart die Kuration, wie die botanische Welt vom 18. Jahrhundert bis heute als primäres Labor für technische Innovation und ästhetischen Ausdruck diente.
Die Schau vereint über 350 Werke und schafft einen reichen Dialog zwischen historischem Erbe und zeitgenössischem Schaffen. Zu den ausgestellten Hauptmeisterwerken gehören eine brokierte Weste aus dem 18. Jahrhundert, Chantilly-Spitze und Gabrielle Chanels ikonische Kamelie, neben Avantgarde-Stücken wie einem lasergedruckten Entwurf von Balenciaga und Kreationen von Rei Kawakubo für Comme des Garçons. Die Ausstellung zollt legendären Pariser Ateliers wie Lesage für Stickerei, Lemarié für Federarbeiten und Hurel Tribut, während sie auch die Arbeiten aufstrebender Talente wie Baqué Molinié und Aurélia Leblanc vorstellt und so die kontinuierliche Weitergabe und Neuerfindung dieser kostbaren Fertigkeiten illustriert.
In historischer Hinsicht dient die Ausstellung als bedeutendes Zeugnis für den Status von Paris als Welthauptstadt des Savoir-faire. Durch die Präsentation von Werkzeugen, Textilproben und grafischen Dokumenten neben den fertigen Kleidungsstücken entmystifiziert das Palais Galliera die Komplexität der textilen Ornamentik. Die Besucher sind eingeladen, sich durch spezielle Displays und Vergrößerungsgläser mit der physischen Realität des Handwerks auseinanderzusetzen, was eine genaue Untersuchung der akribischen Gesten ermöglicht – das Stopfen, die Applikation und die dreidimensionale Gestaltung von Blütenblättern –, die einen einfachen Stoff in ein Kunstwerk verwandeln.
Die emotionale Resonanz der Ausstellung liegt in ihrer Feier von Geduld, Präzision und Leidenschaft. Sie fördert eine tiefe Wertschätzung für die unsichtbare Arbeit und das menschliche Element hinter dem Luxus und setzt die langsamen, meditativen Rhythmen des Handwerks in Kontrast zum hektischen Tempo der modernen Fast Fashion. Die Reise endet im renovierten Untergeschoss des Museums und hinterlässt beim Betrachter ein Gefühl des Staunens über das kollektive Gedächtnis, das in jedem Faden bewahrt wird – eine Erinnerung daran, dass diese dekorativen Künste nicht bloß oberflächliche Ergänzungen sind, sondern die eigentliche Seele der beständigen Eleganz der Mode.
Das in einem prächtigen Renaissance-Palast des 19. Jahrhunderts untergebrachte Palais Galliera präsentiert die Entwicklung des französischen Stils durch hochkarätige Modeausstellungen und eine gewaltige Sammlung von über 200.000 historischen Stücken. Dieses erstklassige Pariser Museum bietet einen unvergleichlichen Einblick in Couture, Accessoires und Fotografie, deren Ursprünge bis ins 18. Jahrhundert zurückreichen.
Das Museum ist an Montagen, am 1. Januar, am 1. Mai und am 25. Dezember geschlossen.
Am 24. Dezember und 31. Dezember schließt das Museum bereits vorzeitig um 17:00 Uhr.
Besucher unter 18 Jahren erhalten freien Eintritt, wobei eine Reservierung empfohlen wird.
Das Palais Galliera ist elegant im 16. Arrondissement gelegen, nur einen kurzen Spaziergang vom Ufer der Seine und dem ikonischen Trocadéro entfernt. Seine zentrale Lage macht es durch eine Vielzahl von kultivierten Pariser Verkehrsverbindungen sehr gut erreichbar.
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