Fantastische Karten in Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes zeigen die Verbindung von Kartografie und Fantasie.

Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes

  • Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand, Paris
24 März - 19 Juli 2026

Die Ausstellung Cartes Imaginaires in der Bibliothèque nationale de France François-Mitterrand inszeniert einen meisterhaften Dialog zwischen kartografischer Präzision und kreativer Fiktion, wobei über 200 seltene Exponate unsere räumliche Wahrnehmung grundlegend neu definieren. Diese kuratierte Odyssee durch mythische und literarische Territorien verdeutlicht eindrucksvoll, wie die Kunst der Kartografie seit jeher als ultimative Brücke zwischen der greifbaren Welt und der menschlichen Vorstellungskraft fungiert.

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Die Ausstellung Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes in der Bibliothèque nationale de France (BnF) François-Mitterrand bietet eine tiefgreifende kuratorische Untersuchung der symbiotischen Beziehung zwischen Kartografie und der menschlichen Vorstellungskraft. Als Kurator erachte ich diese Schau als besonders bedeutsam, da sie verdeutlicht, dass Karten niemals bloße objektive Aufzeichnungen der Geografie sind; sie sind subjektive Gefäße für unsere Ängste, Sehnsüchte und narrativen Ambitionen. Von mittelalterlichen Manuskripten bis hin zu den digitalen Landschaften von Videospielen gliedert die Ausstellung über 200 Werke in vier thematische „Stationen“ und führt den Besucher auf eine sinnliche und immersive Reise, auf der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

Die historische Tiefe der Sammlung ist bemerkenswert und umfasst seltene Meisterwerke, die einst das Unbekannte fassbar machten. Die ersten Abschnitte versetzen uns in eine Zeit, in der Kartografen die Ränder der Welt mit Fabelwesen und legendären Orten bevölkerten. Zu den bedeutendsten Exponaten gehören Gérard Mercators Atlas von 1595, die Cosmographie universelle von Sebastian Münster und das legendäre Royaume du prêtre Jean von Abraham Ortelius. Diese Stücke zeugen von der historischen Bedeutung des Mythos in der frühneuzeitlichen Wissenschaft, in der der Garten Eden, Atlantis und El Dorado mit derselben geografischen Ernsthaftigkeit behandelt wurden wie dokumentierte Kontinente – ein Spiegelbild des tief verwurzelten menschlichen Bedürfnisses, das Wunderbare in der physischen Welt zu verankern.

Der Übergang in den dritten und vierten Abschnitt markiert eine Hinwendung zur literarischen und zeitgenössischen künstlerischen Interpretation. Hier schlägt Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes die Brücke zwischen Tradition und Moderne und präsentiert Karten ikonischer fiktiver Universen wie Narnia, Mittelerde und die komplexen Territorien von Game of Thrones, Final Fantasy und Assassin’s Creed. Dieser Dialog wird durch die Einbeziehung zeitgenössischer Künstler wie Brankica Žilović bereichert, deren Werk das traditionelle kartografische Instrumentarium dekonstruiert, um die subjektive Konstruktion unserer kollektiven Vision offenlegen. Durch die Gegenüberstellung einer antiken Mappamundi mit einer zeitgenössischen Installation betont die Kuratierung, dass der Akt des „Kartografierens“ ein fortwährender Prozess der Neuerfindung unseres Platzes im Universum ist.

Letztlich liegt die emotionale Resonanz der Ausstellung in ihrer Fähigkeit, Staunen und Träumerei hervorzurufen. Durch eine traumhafte Klanglandschaft und interaktive Displays werden die Besucher dazu ermutigt, über die Linien und Koordinatengitter hinauszublicken, um die darin verborgenen Geschichten zu entdecken. Es erinnert uns daran, dass wir uns – ob wir nun eine Seekarte aus dem 16. Jahrhundert oder eine digitale Fantasy-Welt navigieren – in einer universellen menschlichen Tradition der Erfindung neuer Welten befinden. Diese Ausstellung ist nicht nur eine Geschichtsstudie; sie ist eine Einladung zu der Erkenntnis, dass das Imaginieren der Welt eine notwendige Voraussetzung dafür ist, die Realität, in der wir leben, darzustellen und letztlich zu verstehen.

Highlights

  • Bewundern Sie die komplizierten Details des Atlas Miller von 1519, der den Golf von Siam und mythische Länder auf wunderschöne Weise illustriert.
  • Entdecken Sie das legendäre Royaume du prêtre Jean, wie es der berühmte Kartograf Abraham Ortelius im Jahr 1579 darstellte.
  • Erkunden Sie die skurrile und allegorische Carte du tendre, die von Madeleine de Scudéry entworfen wurde, um die Nuancen menschlicher Emotionen abzubilden.
  • Verfolgen Sie die Pfade beliebter fiktiver Universen auf der originalen Map of the Hundred Acre Wood, die von Ernest Howard Shepard für Pu der Bär gezeichnet wurde.
  • Erleben Sie eine einzigartige Mischung aus Geografie und Karikatur im Europe Grotesque-Puzzle, einem kreativen Werk von Henri Demare aus dem Jahr 1865.
  • Staunen Sie über die An Anciente Mappe of Fairyland von William Sleigh, die verschiedene Mythologien in einer einzigen, fesselnden Vision vereint.
  • Erleben Sie die Überschneidung von klassischer Kartografie und modernem Storytelling mit Karten aus ikonischen Serien wie Game of Thrones und Narnia.

Häufig gestellte Fragen zu Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes

Der Zugang zu 'Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes' erfordert in der Regel ein spezielles Ticket für Sonderausstellungen am Standort François-Mitterrand.
Besucher verbringen in der Regel etwa 1 Stunde bis 1 Stunde und 30 Minuten mit der Erkundung der Sammlung von Karten und imaginären Welten.
Fotografieren ohne Blitz ist für den persönlichen Gebrauch normalerweise gestattet, sofern bei bestimmten Leihgaben nichts anderes angegeben ist.
Ja, das Thema der imaginären Welten und der kreativen Kartographie ist ansprechend für Familien und Kinder, die sich für das Erzählen von Geschichten und Kunst interessieren.
Die Bibliothèque Nationale de France François-Mitterrand ist für Besucher mit eingeschränkter Mobilität, einschließlich aller Sonderausstellungsflächen, vollständig zugänglich.
Die BnF organisiert oft Führungen und Workshops; es wird empfohlen, den offiziellen Zeitplan für 'Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes' während Ihres Besuchs zu prüfen.

Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand

  • Paris

Die Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand ist ein Meisterwerk moderner Architektur in Paris, deren ikonische Glastürme in Form aufgeschlagener Bücher Millionen seltener Manuskripte sowie historische Globen beherbergen, während ihr minimalistisches Design und der üppige innere Waldgarten eine ruhige Kulisse für erstklassige Kulturausstellungen bieten.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

  • Die Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand ist am Montag von 14:00 bis 20:00 Uhr geöffnet.
  • Von Dienstag bis Samstag ist der Veranstaltungsort zwischen 9:00 und 20:00 Uhr geöffnet.
  • Am Sonntag können Besucher die Bibliothek von 13:00 bis 19:00 Uhr nutzen.
  • Der letzte Einlass in die Lesesäle ist in der Regel von Montag bis Samstag bis 19:45 Uhr und am Sonntag bis 18:45 Uhr gestattet.
  • Der Standort bleibt an allen Feiertagen des Jahres geschlossen.

Besondere Tage

Der Standort François-Mitterrand ist an Feiertagen geschlossen, einschließlich des 1. Januars, 1. Mais und 25. Dezembers.

Ausstellungen an diesem Standort sind montags immer geschlossen.

Der freie Eintritt in die öffentlichen Lesesäle ist für alle Besucher täglich von 17:00 bis 20:00 Uhr möglich.

Der Zugang zu den Ausstellungsbereichen ist für Besucher unter 18 Jahren kostenlos.

Die Bibliothek bietet kostenlose Besichtigungen für Kinder unter 12 Jahren an.

Wie Sie dorthin gelangen

Die im 13. Arrondissement gelegene Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand ist ein markantes modernes Wahrzeichen mit Blick auf die Seine, das über ein umfangreiches öffentliches Verkehrsnetz leicht zu erreichen ist.

  • Metro: Linie 14 bis zur Station Bibliothèque François-Mitterrand oder Linie 6 bis Quai de la Gare.
  • RER: Linie C bis zur Station Bibliothèque François-Mitterrand.
  • Bus: Die Linien 25, 62, 64, 71, 89, 132 und 325 halten alle an der Haltestelle Bibliothèque François-Mitterrand.
  • Straßenbahn: Linie T3a bis zur Haltestelle Avenue de France.
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