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Mumien
- Musée de l’Homme, Paris
19 Nov. - 25 Mai 2026
Ab15,00 €

Die Ausstellung Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes in der Bibliothèque nationale de France (BnF) François-Mitterrand bietet eine tiefgreifende kuratorische Untersuchung der symbiotischen Beziehung zwischen Kartografie und der menschlichen Vorstellungskraft. Als Kurator erachte ich diese Schau als besonders bedeutsam, da sie verdeutlicht, dass Karten niemals bloße objektive Aufzeichnungen der Geografie sind; sie sind subjektive Gefäße für unsere Ängste, Sehnsüchte und narrativen Ambitionen. Von mittelalterlichen Manuskripten bis hin zu den digitalen Landschaften von Videospielen gliedert die Ausstellung über 200 Werke in vier thematische „Stationen“ und führt den Besucher auf eine sinnliche und immersive Reise, auf der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.
Die historische Tiefe der Sammlung ist bemerkenswert und umfasst seltene Meisterwerke, die einst das Unbekannte fassbar machten. Die ersten Abschnitte versetzen uns in eine Zeit, in der Kartografen die Ränder der Welt mit Fabelwesen und legendären Orten bevölkerten. Zu den bedeutendsten Exponaten gehören Gérard Mercators Atlas von 1595, die Cosmographie universelle von Sebastian Münster und das legendäre Royaume du prêtre Jean von Abraham Ortelius. Diese Stücke zeugen von der historischen Bedeutung des Mythos in der frühneuzeitlichen Wissenschaft, in der der Garten Eden, Atlantis und El Dorado mit derselben geografischen Ernsthaftigkeit behandelt wurden wie dokumentierte Kontinente – ein Spiegelbild des tief verwurzelten menschlichen Bedürfnisses, das Wunderbare in der physischen Welt zu verankern.
Der Übergang in den dritten und vierten Abschnitt markiert eine Hinwendung zur literarischen und zeitgenössischen künstlerischen Interpretation. Hier schlägt Cartes Imaginaires: Die Erfindung des Mondes die Brücke zwischen Tradition und Moderne und präsentiert Karten ikonischer fiktiver Universen wie Narnia, Mittelerde und die komplexen Territorien von Game of Thrones, Final Fantasy und Assassin’s Creed. Dieser Dialog wird durch die Einbeziehung zeitgenössischer Künstler wie Brankica Žilović bereichert, deren Werk das traditionelle kartografische Instrumentarium dekonstruiert, um die subjektive Konstruktion unserer kollektiven Vision offenlegen. Durch die Gegenüberstellung einer antiken Mappamundi mit einer zeitgenössischen Installation betont die Kuratierung, dass der Akt des „Kartografierens“ ein fortwährender Prozess der Neuerfindung unseres Platzes im Universum ist.
Letztlich liegt die emotionale Resonanz der Ausstellung in ihrer Fähigkeit, Staunen und Träumerei hervorzurufen. Durch eine traumhafte Klanglandschaft und interaktive Displays werden die Besucher dazu ermutigt, über die Linien und Koordinatengitter hinauszublicken, um die darin verborgenen Geschichten zu entdecken. Es erinnert uns daran, dass wir uns – ob wir nun eine Seekarte aus dem 16. Jahrhundert oder eine digitale Fantasy-Welt navigieren – in einer universellen menschlichen Tradition der Erfindung neuer Welten befinden. Diese Ausstellung ist nicht nur eine Geschichtsstudie; sie ist eine Einladung zu der Erkenntnis, dass das Imaginieren der Welt eine notwendige Voraussetzung dafür ist, die Realität, in der wir leben, darzustellen und letztlich zu verstehen.
Die Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand ist ein Meisterwerk moderner Architektur in Paris, deren ikonische Glastürme in Form aufgeschlagener Bücher Millionen seltener Manuskripte sowie historische Globen beherbergen, während ihr minimalistisches Design und der üppige innere Waldgarten eine ruhige Kulisse für erstklassige Kulturausstellungen bieten.
Der Standort François-Mitterrand ist an Feiertagen geschlossen, einschließlich des 1. Januars, 1. Mais und 25. Dezembers.
Ausstellungen an diesem Standort sind montags immer geschlossen.
Der freie Eintritt in die öffentlichen Lesesäle ist für alle Besucher täglich von 17:00 bis 20:00 Uhr möglich.
Der Zugang zu den Ausstellungsbereichen ist für Besucher unter 18 Jahren kostenlos.
Die Bibliothek bietet kostenlose Besichtigungen für Kinder unter 12 Jahren an.
Die im 13. Arrondissement gelegene Nationalbibliothek Frankreichs François-Mitterrand ist ein markantes modernes Wahrzeichen mit Blick auf die Seine, das über ein umfangreiches öffentliches Verkehrsnetz leicht zu erreichen ist.
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