Immersives Video-Mapping der US-mexikanischen Grenze auf großen Leinwänden in der Ausstellung Frontière.

Frontière

  • Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum, Paris
14 Apr. - 2 Jan. 2028

Die Ausstellung Frontière in der Pariser Cité des sciences et de l'industrie bietet eine intellektuell anspruchsvolle, immersive Analyse der geopolitischen und digitalen Strukturen, die moderne Grenzen definieren. Diese kuratierte Odyssee nutzt eine eindrucksvolle Symbiose aus Kartografie und Kunst, um die tiefgreifenden menschlichen Auswirkungen dieser künstlichen Trennlinien zu untersuchen.

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Die Sonderausstellung Frontière in der Cité des sciences et de l'industrie bietet eine tiefgreifende und zeitgemäße Auseinandersetzung mit den physischen wie symbolischen Linien, die unsere heutige Welt strukturieren. Aus kuratorischer Sicht liegt die Stärke dieser Schau in ihrer Fähigkeit, die Frontière (Grenze) nicht bloß als statische Mauer zu dekonstruieren, sondern als dynamisches, künstliches Objekt zu begreifen, welches die Humangeographie und soziale Identitäten tiefgreifend beeinflusst. Beim Durchschreiten der zehn Themeninseln werden die Besucher eingeladen, Zeuge zu werden, wie diese Begrenzungen als Zonen von Selektion und Kontrolle, als Räume der Ressourcenausbeutung oder als tragische Schauplätze von Konflikt und Zuflucht fungieren.

Das kuratorische Narrativ wird durch eine multidisziplinäre Zusammenarbeit mit hochgeschätzten Persönlichkeiten bereichert, wie etwa dem Geographen Michel Foucher, dessen Arbeit über den Tanz der Grenzen (la valse des frontières) eine essenzielle historische Perspektive auf zwei Jahrhunderte territorialer Verschiebungen eröffnet. Die Einbindung künstlerischer und feldbasierter Forschung – etwa das immersive Video-Mapping der Grenze zwischen den USA und Mexiko oder die ergreifenden Feldbeobachtungen von Fernando Garlin Politis – hebt den Diskurs von der abstrakten Geopolitik auf eine zutiefst menschliche Ebene. Diese Werke verdeutlichen das Paradoxon der Moderne: eine Welt beispielloser Globalisierung, die gleichzeitig eine Proliferation neuer Barrieren und unsichtbarer digitaler Grenzen im Cyberspace erlebt.

Eine bedeutende emotionale Resonanz wird durch kraftvolle Installationen erzielt, die den Betrachter mit den menschlichen Kosten dieser Teilungen konfrontieren. Die Stèle (Stele), auf der die Namen und Daten jener projiziert werden, die seit 1993 an den europäischen Grenzen ihr Leben ließen, dient als ernüchterndes Mahnmal, während die forensische Untersuchung zum Tod von Blessing Matthew durch Border Forensics eine unmittelbare Brücke zwischen wissenschaftlicher Analyse und sozialer Gerechtigkeit schlägt. Diese Segmente führen das Publikum über die passive Beobachtung hinaus und fördern einen Zustand der Reflexion über die Ungleichheiten und die gemeinsame Verantwortung, die unserer globalen Mobilität innewohnt.

Letztlich gelingt es Frontière, ihre Mission zu erfüllen und „die Karten auf den Tisch zu legen“, indem sie eine reiche Vielfalt an Medien nutzt – von interaktiven Karten des Institut français de géopolitique bis hin zu den evokativen Filmen von Roland Edzard. Durch die Verschmelzung von wissenschaftlicher Strenge mit künstlerischer Sensibilität stellt die Ausstellung unsere Wahrnehmung des „Anderen“ und des „Anderswo“ infrage. Sie schließt nicht mit einer einfachen Definition, sondern mit dem Aufruf, die Grenze als einen lebendigen, atmenden Raum neu zu denken, der die Kraft besitzt, menschliche Zivilisationen sowohl zu trennen als auch – was weitaus wichtiger ist – zu verbinden.

Highlights

  • Das immersive Video-Mapping der Grenze zwischen den USA und Mexiko bietet eine großflächige visuelle Erkundung einer der bedeutendsten Trennlinien der Welt.
  • Die Stele fungiert als eindrucksvolles Mahnmal und projiziert die Namen und Daten von Tausenden, die seit 1993 an europäischen Grenzen ihr Leben verloren haben.
  • Eine forensische Untersuchung von Border Forensics zum Tod von Blessing Matthew schlägt akribisch die Brücke zwischen wissenschaftlicher Analyse und sozialer Gerechtigkeit.
  • Der Geograph Michel Foucher liefert durch sein Werk über den valse des frontières eine wesentliche historische Perspektive und dokumentiert zwei Jahrhunderte territorialer Veränderungen.
  • Die bewegenden Feldbeobachtungen und Forschungen von Fernando Garlin Politis rücken den geopolitischen Diskurs in eine zutiefst menschliche Dimension.
  • Besucher können mit dynamischen Karten des Institut français de géopolitique interagieren, um die Komplexität globaler und digitaler Grenzen zu visualisieren.
  • Evokative Filme von Roland Edzard sind in die zehn Themeninseln integriert, um die Lebenswirklichkeit der Menschen an der Grenze hervorzuheben.

Häufig gestellte Fragen zu Frontière

Ja, der Zugang zur Ausstellung 'Frontière' ist in der Regel im Standard-'Explora'-Ticket enthalten, das den Eintritt zu allen Dauer- und den meisten Sonderausstellungen ermöglicht.
Ein Besuch dauert in der Regel zwischen 45 Minuten und 1 Stunde, je nachdem, wie viel Zeit Sie mit der Interaktion mit den Karten und Videoinstallationen verbringen.
Die Ausstellung ist für Kinder zugänglich, wobei die geopolitischen Themen am besten von Personen ab 10 Jahren verstanden werden. Jüngere Kinder können sich dennoch an den immersiven visuellen Elementen erfreuen.
Ja, Fotografieren für den privaten Gebrauch ist gestattet. Die Verwendung von Blitzlicht und Stativen ist jedoch untersagt, um die Qualität der immersiven Videoprojektionen zu schützen.
Ja, die Ausstellung 'Frontière' ist für Personen mit eingeschränkter Mobilität vollständig zugänglich, und die Cité des sciences et de l'industrie bietet Einrichtungen für verschiedene Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen.
Ein Hauptmerkmal ist das immersive Video-Mapping der Grenze zwischen den USA und Mexiko, das eine großflächige visuelle Erkundung einer der bedeutendsten Trennlinien der Welt bietet.
Obwohl das 'Explora'-Ticket Ihnen Zugang gewährt, wird dringend empfohlen, Ihren Museumseintritt vorab online zu buchen, um die Verfügbarkeit an Ihrem Wunschtermin sicherzustellen.

Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum

  • Paris

Entdecken Sie im Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum in Paris das größte Wissenschaftsmuseum Europas mit Highlights wie dem Planetarium, IMAX-Kino und dem legendären U-Boot Argonaute. Dieses Innovationszentrum inmitten eines grünen Parks bietet eine unvergleichliche Reise durch die Welt der Technik und des Weltraums.

Öffnungszeiten

Öffnungszeiten

  • Die Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum ist von Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 18:00 Uhr geöffnet.
  • Der Veranstaltungsort begrüßt Besucher an Sonntagen von 10:00 bis 19:00 Uhr.
  • Der letzte Einlass in das Gebäude ist in der Regel bis 45 Minuten vor Schließung gestattet.
  • Das Museum bleibt montags geschlossen sowie an bestimmten Feiertagen wie dem 1. Januar und dem 1. Mai.

Besondere Tage

Das Museum ist an Montagen, am 1. Januar, am 1. Mai und am 25. Dezember geschlossen.

Besondere Öffnungszeiten gelten an Sonntagen, an denen der Veranstaltungsort bis 19:00 Uhr geöffnet bleibt.

Frühzeitige Schließungen erfolgen um 19:00 Uhr am 24. Dezember und 31. Dezember.

Wie Sie dorthin gelangen

Die Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum liegt eingebettet in den weitläufigen, avantgardistischen Parc de la Villette im 19. Arrondissement, wo der Canal de l'Ourcq auf ein Zentrum moderner Innovation trifft. Dieser bedeutende Veranstaltungsort ist hervorragend an das Herz von Paris angebunden und bietet einen nahtlosen Zugang durch eine Vielzahl effizienter öffentlicher Verkehrsverbindungen.

  • Metro: Linie 7 bis Porte de la Villette oder Linie 5 bis Porte de Pantin.
  • Straßenbahn: T3b bis Porte de la Villette, Ella Fitzgerald oder Porte de Pantin.
  • Bus: Linien 71, 139, 150 und 152 bis Porte de la Villette oder Linien 75 und 151 bis Porte de Pantin.
  • RER: Linie E bis Rosa Parks, nur eine kurze Entfernung vom Park entfernt.
  • Fahrrad: Erreichbar über ein Netz von speziellen Radwegen mit Parkplätzen am Eingang Porte de la Villette.
Wegbeschreibung
Interaktiver Bereich der Ausstellung Gartenarbeit mit üppigen Pflanzen und sensorischen Wissenschaftsstationen.
Belebter Galerieraum mit interaktiven Exponaten zu Sinnen und Verhalten bei Hunde und Katzen.
Historische Schreibmaschinen in der Ausstellung Back Machine #2: Die Schreibmaschine in der Cité des sciences in Paris.
Ein interaktiver Galerieraum mit anregenden Exponaten und Erzählungen in der Ausstellung Kritisches Denken in der Cité des sciences et de l'industrie, die darauf ausgelegt sind, Wahrnehmungen zu hinterfragen und die analytische Bewertung von Informationen zu fördern.
Archäologische Funde aus der Seine in der Krypta unter der Kathedrale Notre-Dame bei der Ausstellung In der Seine.
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