
Gartenarbeit
- Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum, Paris
14 Okt. - 12 Juli 2026
Ab15,00 €

Die Sonderausstellung Frontière in der Cité des sciences et de l'industrie bietet eine tiefgreifende und zeitgemäße Auseinandersetzung mit den physischen wie symbolischen Linien, die unsere heutige Welt strukturieren. Aus kuratorischer Sicht liegt die Stärke dieser Schau in ihrer Fähigkeit, die Frontière (Grenze) nicht bloß als statische Mauer zu dekonstruieren, sondern als dynamisches, künstliches Objekt zu begreifen, welches die Humangeographie und soziale Identitäten tiefgreifend beeinflusst. Beim Durchschreiten der zehn Themeninseln werden die Besucher eingeladen, Zeuge zu werden, wie diese Begrenzungen als Zonen von Selektion und Kontrolle, als Räume der Ressourcenausbeutung oder als tragische Schauplätze von Konflikt und Zuflucht fungieren.
Das kuratorische Narrativ wird durch eine multidisziplinäre Zusammenarbeit mit hochgeschätzten Persönlichkeiten bereichert, wie etwa dem Geographen Michel Foucher, dessen Arbeit über den Tanz der Grenzen (la valse des frontières) eine essenzielle historische Perspektive auf zwei Jahrhunderte territorialer Verschiebungen eröffnet. Die Einbindung künstlerischer und feldbasierter Forschung – etwa das immersive Video-Mapping der Grenze zwischen den USA und Mexiko oder die ergreifenden Feldbeobachtungen von Fernando Garlin Politis – hebt den Diskurs von der abstrakten Geopolitik auf eine zutiefst menschliche Ebene. Diese Werke verdeutlichen das Paradoxon der Moderne: eine Welt beispielloser Globalisierung, die gleichzeitig eine Proliferation neuer Barrieren und unsichtbarer digitaler Grenzen im Cyberspace erlebt.
Eine bedeutende emotionale Resonanz wird durch kraftvolle Installationen erzielt, die den Betrachter mit den menschlichen Kosten dieser Teilungen konfrontieren. Die Stèle (Stele), auf der die Namen und Daten jener projiziert werden, die seit 1993 an den europäischen Grenzen ihr Leben ließen, dient als ernüchterndes Mahnmal, während die forensische Untersuchung zum Tod von Blessing Matthew durch Border Forensics eine unmittelbare Brücke zwischen wissenschaftlicher Analyse und sozialer Gerechtigkeit schlägt. Diese Segmente führen das Publikum über die passive Beobachtung hinaus und fördern einen Zustand der Reflexion über die Ungleichheiten und die gemeinsame Verantwortung, die unserer globalen Mobilität innewohnt.
Letztlich gelingt es Frontière, ihre Mission zu erfüllen und „die Karten auf den Tisch zu legen“, indem sie eine reiche Vielfalt an Medien nutzt – von interaktiven Karten des Institut français de géopolitique bis hin zu den evokativen Filmen von Roland Edzard. Durch die Verschmelzung von wissenschaftlicher Strenge mit künstlerischer Sensibilität stellt die Ausstellung unsere Wahrnehmung des „Anderen“ und des „Anderswo“ infrage. Sie schließt nicht mit einer einfachen Definition, sondern mit dem Aufruf, die Grenze als einen lebendigen, atmenden Raum neu zu denken, der die Kraft besitzt, menschliche Zivilisationen sowohl zu trennen als auch – was weitaus wichtiger ist – zu verbinden.
Entdecken Sie im Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum in Paris das größte Wissenschaftsmuseum Europas mit Highlights wie dem Planetarium, IMAX-Kino und dem legendären U-Boot Argonaute. Dieses Innovationszentrum inmitten eines grünen Parks bietet eine unvergleichliche Reise durch die Welt der Technik und des Weltraums.
Das Museum ist an Montagen, am 1. Januar, am 1. Mai und am 25. Dezember geschlossen.
Besondere Öffnungszeiten gelten an Sonntagen, an denen der Veranstaltungsort bis 19:00 Uhr geöffnet bleibt.
Frühzeitige Schließungen erfolgen um 19:00 Uhr am 24. Dezember und 31. Dezember.
Die Cité des Sciences et de l'Industrie — Wissenschaftsmuseum liegt eingebettet in den weitläufigen, avantgardistischen Parc de la Villette im 19. Arrondissement, wo der Canal de l'Ourcq auf ein Zentrum moderner Innovation trifft. Dieser bedeutende Veranstaltungsort ist hervorragend an das Herz von Paris angebunden und bietet einen nahtlosen Zugang durch eine Vielzahl effizienter öffentlicher Verkehrsverbindungen.
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