
In der Seine
- Die archäologische Krypta der Île de la Cité, Paris
10 März - 28 Juni 2026
Ab11,00 €

Die Ausstellung Marilyn Monroe in La Cinémathèque Française ist eine tiefgreifende kuratorische Neubewertung, die darauf abzielt, die allgegenwärtigen Mythen um eine der beständigsten Ikonen des 20. Jahrhunderts zu demontieren. Anstatt lediglich ihre Berühmtheit zu zelebrieren, orchestriert Kuratorin Florence Tissot eine Erzählung, welche die Künstlerin hinter der Ikone in den Vordergrund rückt und ihre akribische Technik sowie ihre strategischen Karriereentscheidungen hervorhebt. Durch die Präsentation von Originalkostümen, seltenen Archivstücken und Filmausschnitten aus Meisterwerken wie Gentlemen Prefer Blondes, Some Like It Hot und The Misfits lädt die Ausstellung die Besucher ein, Monroe nicht als passives Produkt des Studiosystems zu betrachten, sondern als disziplinierte und visionäre Performerin, die ihre eigene künstlerische Identität aktiv gestaltete.
Die historische Bedeutung dieser Retrospektive liegt in ihrer Auseinandersetzung mit dem Hollywood-Starsystem der 1950er Jahre und dem systemischen Sexismus, der versuchte, Monroe auf den Archetypus der "dummen Blondine" zu reduzieren. Durch eine facettenreiche Szenografie, die Werke renommierter Fotografen wie Eve Arnold und Ed Feingersh sowie Andy Warhols ikonische Siebdrucke umfasst, illustriert die Schau das Spannungsfeld zwischen Monroes öffentlichem Image und ihren persönlichen Ambitionen. Sie dokumentiert ihren mutigen Schritt nach New York, um am Actors Studio zu studieren, sowie die Gründung ihrer eigenen Produktionsfirma und rahmt ihren Weg als einen entscheidenden Moment in der Geschichte weiblicher Selbstbestimmung innerhalb der Filmindustrie ein.
Emotional resoniert die Ausstellung, indem sie die Fragmentierung von Monroes Identität aufgreift und sich von der lebhaften, hochenergetischen Atmosphäre auf dem Höhepunkt ihres Ruhms zu einem eher düsteren, introspektiven Abschluss bewegt. Die Einbeziehung persönlicher Artefakte, wie etwa ihr Fuchspelzkragen und Kleidungsstücke, die sie bei legendären Auftritten trug, schafft ein Gefühl der intimen Verbundenheit, das über die Leinwand hinausgeht. Durch die Untersuchung des "stillen Schadens", der durch die mediale Beobachtung verursacht wurde, sowie ihrer sozialen Verpflichtungen und ihres Strebens nach Unabhängigkeit, hinterlässt die Kuratierung beim Betrachter das komplexe, bewegende Porträt einer Frau, deren wahres Ich ein fesselndes Geheimnis bleibt und so sicherstellt, dass sich ihr Vermächtnis noch lange nach dem letzten Bild weiterentwickelt.
Untergebracht in einem markanten Frank-Gehry-Bau, ist Die Französische Kinemathek ein Herzstück der Pariser Kultur, das erstklassige Archive und immersive Ausstellungen im Méliès-Museum vereint. Dieses Filmparadies kombiniert tägliche internationale Vorführungen mit einer tiefen Reise in das zauberhafte Erbe des Kinopioniers Georges Méliès.
Die Französische Kinemathek ist an Dienstagen, am 1. Mai, am 25. Dezember und während des gesamten Augusts geschlossen.
Die Museumsausstellungen folgen an Ostermontag, Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, am 14. Juli, am 1. November und am 11. November den Feiertagsöffnungszeiten von 11:00 bis 20:00 Uhr.
Der Eintritt für Kinder und Jugendliche ist frei, wobei der zweite Donnerstagabend jeden Monats für den kostenlosen Eintritt für Personen unter 26 Jahren reserviert ist.
Eingebettet in die grüne Landschaft des 12. Arrondissements und nur einen kurzen Spaziergang vom Ufer der Seine entfernt, ist Die Französische Kinemathek ein Eckpfeiler der Pariser Kultur, der von allen Ecken der Stadt aus mühelos erreichbar bleibt. Ihre markante Architektur dient als Leuchtturm für Filmbegeisterte und Reisende gleichermaßen, gelegen im Herzen des gut angebundenen Viertels Bercy.
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