
In der Seine
- Die archäologische Krypta der Île de la Cité, Paris
10 März - 28 Juni 2026
Ab11,00 €

Die Ausstellung Klammern: Comics sprechen über Bargeld in der Monnaie de Paris stellt eine anspruchsvolle kuratorische Untersuchung der symbiotischen Beziehung zwischen der neunten Kunst und der komplexen Welt der Wirtschaft dar. Durch die Verwandlung des historischen Hôtel de la Monnaie in eine gigantische, immersive Graphic Novel haben die Kuratoren Lucas Hureau und Damien MacDonald einen Erzählpfad geschaffen, der unsere gesellschaftliche Besessenheit von Reichtum, Gier und Überleben entschlüsselt. Die Ausstellung ist um acht universelle Archetypen herum strukturiert – den Abenteurer, den Dieb, den Sparer, den Milliardär, den Marginalen, den Spieler, den Fälscher und den Alchemisten –, die jeweils als psychologischer Spiegel fungieren und menschliches Verhalten durch das Prisma von Währung und Wert reflektieren.
Die Auswahl der Werke ist von historischer Bedeutung, umspannt zwei Jahrhunderte grafischen Erzählens und vereint über 250 Originaltafeln sowie seltene Editionen. Zentrale historische Stücke, wie Winsor McCays kraftvolle redaktionelle Zeichnung Pennies into Dollars von 1933, liefern eine eindringliche visuelle Allegorie der Weltwirtschaftskrise, während klassische franko-belgische Ikonen wie Hergés Tintin, Franquins Gaston Lagaffe und Morris’ Die Daltons illustrieren, wie die Populärkultur Finanzsysteme seit langem kritisiert und parodiert. Die Ausstellung räumt zudem modernen Legenden wie Scrooge McDuck und Largo Winch sowie Underground-Meistern wie den Freak Brothers einen zentralen Platz ein und präsentiert so eine globale und vielfältige Geschichte der Comic-Kunst.
Eine besondere Stärke dieser Schau ist die Einbeziehung von acht Originalaufträgen zeitgenössischer Visionäre, darunter Catherine Meurisse, Blutch, Coco, Nicolas de Crécy und Ugo Bienvenu. Diese Künstler setzen einen modernen Kontrapunkt zu den Archivwerken und schlagen die Brücke zwischen historischer Druckkultur und den sozioökonomischen Ängsten des 21. Jahrhunderts. Die emotionale Resonanz der Ausstellung liegt in ihrer Fähigkeit, der Finanzwelt ihre klinische Natur zu nehmen und sie stattdessen durch die kollektive Freude an kindlicher Nostalgie und den beißenden Witz der Gesellschaftssatire zu ersetzen.
Letztlich dient die Reise durch die 650 Quadratmeter der historischen Salons der Monnaie de Paris als bewegende Erinnerung daran, dass Geld mehr ist als nur ein Tauschmittel – es ist eine erzählerische Kraft, die unsere Identitäten formt. Von den überschwänglichen Tresoren eines Scrooge McDuck bis hin zu den alchemistischen Reflexionen über den „wahren Reichtum“ der Vorstellungskraft lädt Klammern: Comics sprechen über Bargeld Besucher aller Generationen dazu ein, ihre eigene Beziehung zu Werten zu überdenken. Es ist eine lehrreiche und tief humane Odyssee, die beweist, dass Geld zwar die Welt regieren mag, es aber die Träumer und Künstler sind, die ihr erst wahre Bedeutung verleihen.
Als älteste aktive Münzstätte der Welt bietet die Monnaie de Paris durch prestigeträchtige Exponate und Metallwerkstätten faszinierende Einblicke in über tausend Jahre französische Geschichte. Dieses historische Pariser Wahrzeichen verbindet seit 864 n. Chr. meisterhaftes Kunsthandwerk mit zeitgenössischen Ausstellungen und ist ein lebendiges Denkmal höchster Handwerkskunst.
Die Monnaie de Paris ist an Feiertagen einschließlich dem 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen.
Inhaber einer Bank of America-Karte erhalten am ersten vollen Wochenende jedes Monats freien allgemeinen Eintritt.
Eingebettet am linken Seine-Ufer im 6. Arrondissement steht die Monnaie de Paris als neoklassizistischer Wächter gegenüber dem Louvre und bietet eine nahtlose Erreichbarkeit für alle, die durch das Herz des historischen Pari flanieren. Dank ihrer zentralen Lage am Fluss ist sie über eine Vielzahl malerischer und effizienter öffentlicher Verkehrsmittel bequem zu erreichen.
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