
In der Seine
- Die archäologische Krypta der Île de la Cité, Paris
10 März - 28 Juni 2026
Ab11,00 €

Die Ausstellung Joyaux Dynastiques im Hôtel de la Marine bietet eine tiefgründige Untersuchung der universellen Faszination für das Tierreich, die sowohl Zeit als auch Geografie transzendiert. Als Kurator betrachte ich die Fähigkeit der Sammlung, eine Erzählung über vier Kontinente und fünf Jahrtausende hinweg zu weben, als Zeugnis für die beständige Rolle der Tiere als Musen, Symbole und spirituelle Wegbegleiter. Durch die Präsentation von über 120 außergewöhnlichen Objekten, von denen viele ihr Debüt in Paris feiern, verdeutlicht die Ausstellung, wie unterschiedlichste Zivilisationen – vom antiken Griechenland bis zur Qing-Dynastie – tierische Bildsprache genutzt haben, um komplexe menschliche Werte wie Macht, Weisheit und Schutz zu kodieren.
Die Auswahl der Meisterwerke fungiert als chronologische und kulturelle Brücke, welche die Entwicklung von Handwerkskunst und künstlerischer Absicht aufzeigt. Zu den eindrucksvollsten Höhepunkten zählt eine lakonische Votivfigur eines Pferdes aus Bronze aus der griechisch-geometrischen Zeit, die das Pferd als antikes Sinnbild für Status und Reichtum verkörpert. Dieser Dialog zwischen den Kulturen setzt sich mit einer massiven tigerförmigen Gewandschließe aus der chinesischen Zeit der Streitenden Reiche fort, welche die rohe Kraft illustriert, die mit der Gestalt der Raubkatze assoziiert wird. Diese antiken Schätze werden meisterhaft späteren Werken gegenübergestellt, wie etwa einem grazilen, als Schlangenkopf geschnitzten juwelenbesetzten Stockgriff von Fabergé, der den Gipfel des europäischen Luxus des 19. Jahrhunderts und akribischer Detailverliebtheit repräsentiert.
Jenseits technischer Brillanz resoniert die Ausstellung auf einer emotionalen Ebene, indem sie die spirituelle und symbolische Verbindung zwischen Menschheit und Natur thematisiert. Die Einbeziehung einer afrikanischen Holzskulptur eines Vogels des Senufo-Volkes unterstreicht das Tier als heiliges Medium, das die irdische Sphäre mit dem Göttlichen verbindet. Jedes Stück, ob es nun ein reales oder ein imaginäres Wesen darstellt, lädt den Betrachter ein, über den eigenen Platz innerhalb der natürlichen Welt zu reflektieren. Dieses „künstlerische Bestiarium“ ist nicht bloß eine Schau von Objekten, sondern eine Feier der menschlichen Kreativität und des gemeinsamen kulturellen Erbes, welches das Tier als Spiegel unserer eigenen Ambitionen, Ängste und Identitäten anerkennt.
Das direkt an der Place de la Concorde gelegene Hôtel de la Marine ist eine Pariser Ikone, die einst die königliche Möbelsammlung beherbergte und zwei Jahrhunderte lang als Hauptquartier der französischen Marine diente. Dieses meisterhaft restaurierte Wahrzeichen bietet Besuchern heute exklusiven Zugang zu prunkvollen Appartements des 18. Jahrhunderts und erstklassigen Ausstellungen in direkter Nähe zum Louvre.
Das Hôtel de la Marine ist jährlich am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen.
An jedem ersten Sonntag im Monat von November bis März wird allen Besuchern freier Eintritt gewährt.
Das Denkmal bleibt an mehreren Feiertagen geöffnet, darunter Ostermontag, Christi Himmelfahrt und der französische Nationalfeiertag.
Das Hôtel de la Marine genießt eine majestätische Lage am Place de la Concorde im 8. Arrondissement und ist ein Wahrzeichen des französischen Erbes, das perfekt in den historischen Kern der Stadt integriert ist. Seine zentrale Lage garantiert einen mühelosen Zugang über das umfangreiche öffentliche Verkehrsnetz von Paris und macht dieses königliche Architekturjuwel nur wenige Schritte von der Seine entfernt erreichbar.
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