
In der Seine
- Die archäologische Krypta der Île de la Cité, Paris
10 März - 28 Juni 2026
Ab11,00 €

Die Ausstellung Die Enthüllung des Weiblichen: Mode und Erscheinungsbild im 18. Jahrhundert im Musée Cognacq-Jay, die in Zusammenarbeit mit dem Palais Galliera organisiert wurde, bietet eine anspruchsvolle Untersuchung der Konstruktion weiblicher Identität während des Zeitalters der Aufklärung. Durch den Aufbau eines rhythmischen Dialogs zwischen historischen Kostümen und bildender Kunst vertieft sich die Kuration in die „soziale Sprache“ des Erscheinungsbildes. Das Thema konzentriert sich auf das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichen Zwängen – verkörpert durch die starren Strukturen von Fischbeinkorsetts und Reifröcken – und der persönlichen Handlungsfähigkeit von Frauen, die sich in einer Welt bewegten, in der das Image akribisch inszeniert wurde.
Die Auswahl der Werke unterstreicht die technische Virtuosität und psychologische Tiefe der bedeutendsten Porträtisten jener Ära. Meisterwerke von Maurice Quentin de La Tour, Jean-Marc Nattier und Adélaïde Labille-Guiard stellen den Glanz von Seide und Spitze zur Schau und fangen gleichzeitig ein aufkeimendes Gefühl von Intimität und Natürlichkeit ein. Ein herausragendes Stück, das Porträt der Madame la Présidente de Rieux von De La Tour, dient als ein Gipfel der Pastellkunst und spiegelt die Macht und Anmut seines Sujets wider. Diese Werke werden zusätzlich durch die pastoralen Szenen von François Boucher und die Fêtes galantes von Antoine Watteau bereichert, die zur idealisierten und poetischen Konstruktion von Weiblichkeit beitrugen, welche die europäischen Höfe definierte.
Historisch gesehen dient die Ausstellung als wichtiges Zeugnis des Siècle des Lumières, einer Periode beispielloser kreativer Energie, in der Mode zu einer materiellen Realität und einem Gefäß für die Vorstellungskraft wurde. Die Einbeziehung zeitgenössischer Gegenpole – wie Fotografien von Valérie Belin und Esther Ségal sowie eine Chanel-Kreation von Karl Lagerfeld – schlägt die Brücke zwischen dem 18. Jahrhundert und modernen Sensibilitäten. Diese Ergänzungen betonen das Fortbestehen von Kodizes und das bleibende Erbe der Ästhetik der Aufklärung in der heutigen Mode und offenbaren, wie die Inszenierung des Selbst ein zentraler Grundsatz der menschlichen Erfahrung bleibt.
Die emotionale Resonanz der Schau liegt in ihrer Fähigkeit, die Figuren hinter den aufwendigen Silhouetten zu vermenschlichen. Beim Gang durch die Galerien sind die Besucher eingeladen, hinter die „Theaterbühne“ der Geschichte zu blicken, um die allmähliche Emanzipation und die selbstbewusste Psychologie der dargestellten Frauen zu finden. Vom Raum „Portraits sensible“, der sich auf familiäre Emotionen konzentriert, bis hin zu den abschließenden Reflexionen über Idealisierung und soziale Erwartungen fördert die Ausstellung eine tiefe Verbindung zur Vergangenheit. Letztlich porträtiert sie das 18. Jahrhundert nicht als eine verstaubte Epoche, sondern als ein lebendiges Archiv der Suche nach dem Selbstbild und der Komplexität des weiblichen Blicks.
Entdecken Sie im Musée Cognacq-Jay die raffinierte Eleganz des Zeitalters der Aufklärung in einer exquisiten Sammlung von Kunstwerken des 18. Jahrhunderts in einem historischen Herrenhaus im Marais. Dieses von den Gründern von La Samaritaine geschaffene Kulturjuwel entführt Sie mit fesselnden französischen Meisterwerken zurück auf den Gipfel der Pariser Kultiviertheit.
Das Museum bleibt an Montagen, am 1. Januar, 1. Mai und 25. Dezember geschlossen und schließt am 24. Dezember und 31. Dezember bereits vorzeitig um 17:00 Uhr.
Der Zugang zu den ständigen Sammlungen ist jeden Tag für alle Besucher kostenlos, während für temporäre Ausstellungen in der Regel ein kostenpflichtiges Ticket erforderlich ist.
Das Musée Cognacq-Jay bleibt an mehreren Feiertagen geöffnet, darunter Ostern, Christi Himmelfahrt, 8. Mai, 14. Juli, 15. August und 11. November.
Das Musée Cognacq-Jay ist ein verstecktes Juwel der Aufklärung, untergebracht im historischen Hôtel Donon im 3. Arrondissement von Paris. Es liegt im Herzen des Marais-Viertels und ist bequem durch einen kurzen Spaziergang durch einige der charmantesten und aristokratischsten Straßen der Stadt erreichbar.
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