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- Jeu de Paume, Paris
30 Jan. - 24 Mai 2026
Ab14,00 €

Die retrospektive Ausstellung Adya & Otto Van Rees: Im Herzen der Avantgarde im Musée de Montmartre bietet eine tiefgehende Auseinandersetzung mit einem wegweisenden Künstlerpaar, dessen Werk eine zentrale Rolle in der europäischen Kunstszene des frühen 20. Jahrhunderts spielte. Diese erste französische Retrospektive rehabilitiert ihr Vermächtnis und zeichnet einen Weg nach, der 1904 im legendären Bateau-Lavoir begann. Dort schlossen sie sich einem lebendigen Kreis von Modernisten an, darunter Pablo Picasso, Georges Braque und Piet Mondrian. Die kuratorische Erzählung unterstreicht ihre bemerkenswerte stilistische Wandlungsfähigkeit, die sich nahtlos vom Divisionismus über den Cloisonismus und den Kubismus bis hin zu einigen der frühesten Ausdrucksformen der Abstraktion in Europa entwickelte.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der außergewöhnliche Beitrag von Adya van Rees-Dutilh, einer Visionärin, welche die Kluft zwischen traditionellem Handwerk und der Hochmoderne überbrückte. Sie wird hier als Pionierin der avantgardistischen Textilkunst gefeiert, die das Sticken in ein Medium radikaler Experimente verwandelte. Schlüsselwerke wie ihre abstrakten Wandteppiche aus Wolle und die monumentale Stickerei Dieu avertit (1929) verdeutlichen ihre Fähigkeit, Rhythmus und geometrische Abstraktion in taktile Formen zu integrieren. Ihre subversive Kraft wird durch die historische Anekdote zu ihrem Werk Le Transsibérien veranschaulicht, das im Salon des Indépendants bekannterweise mit einem Messer angegriffen wurde – ein Zeugnis für die herausfordernde Natur ihrer künstlerischen Vision.
Die Ausstellung beleuchtet zudem die Karriere von Otto van Rees, dessen Malerei sich von den leuchtenden Techniken des Divisionismus hin zu dynamischen, farbenfrohen kubistischen Kompositionen entwickelte. Seine Beteiligung an der Gründung der Dada-Bewegung in Zürich und der Gruppe Cercle et Carré unterstreicht seine internationale Bedeutung. Meisterwerke wie La Broderie rouge (1910) und seine Serie kubistischer Landschaften spiegeln eine ständige formale Suche nach Freiheit und Innovation wider. Durch die chronologische Präsentation ihrer Werke offenbaren die Kuratoren einen fruchtbaren künstlerischen Dialog, in dem Privatleben und kreative Praxis untrennbar miteinander verbunden waren, was es dem Paar ermöglichte, eine einzigartige Identität innerhalb der breiteren Avantgarde-Bewegungen zu bewahren.
Die emotionale Resonanz der Schau ist tief in der „intimen Erzählweise“ verwurzelt, welche die Kunstwerke miteinander verbindet. Die Ausstellung spart die Tragödien nicht aus, die ihr Schaffen prägten, allen voran der Eisenbahnunfall von 1919, bei dem ihre älteste Tochter ums Leben kam. Dieser Verlust führte zu einer Hinwendung zu expressiveren und traditionelleren Stilen, einschließlich bewegender Porträts und Stillleben. Letztlich gelingt es dem Musée de Montmartre, Adya und Otto van Rees nicht nur als historische Figuren darzustellen, sondern als ein lebendiges Archiv menschlicher Entwicklung, in dem kollektive Freude, familiäre Prüfungen und kühnes Experimentieren zusammenfließen, um den eigentlichen Geist der modernen Kunst zu definieren.
Tauchen Sie im Musée de Montmartre in das bohèmehafte Herz von Paris ein, wo die ehemaligen Ateliers und Gärten von Renoir, Valadon und Utrillo heute stimmungsvolle Kunstausstellungen beherbergen. Dieses Refugium auf dem Hügel bietet einen friedlichen Einblick in die kreative Seele der Stadt, gepaart mit einem atemberaubenden Blick auf die geheimen Weinberge und die verwinkelten Gassen unterhalb.
Das Musée de Montmartre bleibt an allen gesetzlichen Feiertagen geöffnet, wobei die Renoir-Gärten und das Café Renoir am 19. und 27. Mai 2026 geschlossen sind.
Eine besondere vorzeitige Schließung um 18:00 Uhr ist für den 21. Mai 2026 geplant, während das Musée de Montmartre am 27. Juni 2026 bereits um 17:00 Uhr schließt.
Der Eintritt für Kinder unter 10 Jahren ist jeden Tag kostenlos, und das Musée de Montmartre bleibt auch an wichtigen Feiertagen wie dem 25. Dezember und 1. Januar zugänglich.
Eingebettet in die charmanten, verwinkelten Gassen des 18. Arrondissements bietet das Musée de Montmartre einen ruhigen Rückzugsort auf dem höchsten Hügel von Paris, der über verschiedene malerische Verkehrswege erreichbar ist. Während die Lage auf dem Gipfel einen kleinen Aufstieg oder eine kurze Busfahrt erfordert, belohnt die Reise die Besucher mit einer einzigartigen Perspektive auf das bohemische Herz der Stadt.
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